Bluse aus einem russischen Wolltuch, hier reingesteckt in eine ebenfalls von mir genähte Hose.
Nähen

Bluse à la Russe

Als Vollzeitangestellte mit vielen Hobbies und einer berufsbegleitenden Ausbildung für Modedesign habe ich nicht so viel Zeit zum Nähen, wie ich gerne hätte. Wer könnte das schon von sich behaupten 🙂 Damit ein Projekt bei mir in wenigen Tagen, in einem Atemzug vom Zuschnitt an fertig wird, muss ich dafür brennen, es in den Händen halten wollen – genau so, wie ich es mir ausgemalt habe!

Die Herkunft

Vor mehr als einem Jahr habe ich von meinen Verwandten in Russland zwei wunderschöne traditionelle russische Wolltücher geschenkt bekommen. Sie wurden, so wie alle Tücher dieser Art  in der Schalmanufaktur in der kleinen Stadt Pawlowski Possad (auch Pawlow Posad genannt) hergestellt, die seit 1795 existiert.  Die Farben sind sehr vielfältig, die Tücher bunt, aber nie grell; die Muster entweder Blumen oder Paisley. Manche verwendeten Muster existieren seit dem 19 Jahrhundert.

Die Tücher sind meist aus reiner Wolle (sollen ja warm halten im russischen Winter), oft werden sie mit Fransen aus reinem Seidenzwirn dekoriert. Mein Tuch wurde als aussortierte Meterware direkt ab Werk gekauft und hat somit keine Seidenfransen – ich wusste von vornherein, dass ich daraus etwas nähen möchte.

Die Idee

Es hätte ein Rock werden sollen – sehr naheliegend, sehr einfach.

Das Muster in der vorderen Naht passt! Ich habe auch seeehr sorgfältig geheftet und über gefühlte 40 Stecknadeln genäht.

Ich hatte auch schon das Futter und den Reißverschluss besorgt, aber irgendwie wurde das Projekt immer auf die lange Bank geschoben. Ich „sah“ den Rock nicht vor mir, nicht in meinem Kleiderschrank. Bis ich eines schönes Donnerstags von der Arbeit nach Hause kam und wusste: ich will eine Bluse aus diesem Stoff. Das Folkloremuster und die Farben sind wie gemacht für meinen Typ.

Freitags suchte ich das (schon mehrfach erprobte) Schnittmuster raus und fädelte die Maschine ein, am Samstag machte ich den Zuschnitt und alle Arbeiten mit der Maschine, Sonntag Mittag hatte ich die Bluse fertig. Wenn die Bluse nicht zur Gänze mit französischen Nähten gefertigt worden wäre, wäre sie noch schneller vollendet.

Die Umsetzung

Schnitt: Burda 11/2015, Größe 34 verkleinert auf 97%; in der Taille weitere 1,5cm weggenommen.
Den Schlitz beim Ausschnitt habe ich halbiert und er ist immer noch tief 😉 Die Seitenschlitze habe ich hingegen weniger hoch gemacht.

Statt einem Verschlussknopf beim Kragen: unsichtbare Häckchen für einen cleanen Look.
Ärmel sind um ca. 8cm verlängert.

Die Hose auf den Bildern ist ebenfalls selbst genäht: auch dieses Schnittmuster ist von Burda (2/2016). Größe 34, verkleinert auf 97,7%, ansonsten unverändert. Der Stoff ist ein waschbarer Wollstoff mit einem Elastan-Anteil.

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Die schmale Hose mit dem hohen Bund und die fließende Bluse machen eine weibliche und dynamische Silhouette 🙂

 

In meinem Kleiderschrank

Mit der Bluse habe ich wahrlich einen Star meiner Garderobe geschaffen. Abgesehen davon, dass der Schnitt sitzt, passt und einfach gut aussieht, passt die Bluse zu drei Röcken von mir, einer Hose und natürlich zu Jeans. Außerdem kann ich sie gut unter einem ärmellosen Wollkleid tragen.

Für die kleine Bluse habe ich übrigens nur eines der 1,45×1,45 Tücher gebraucht, das heißt, ich habe noch eines, das genau so aussieht in meiner Stoffkommode. Auch das wird kein Rock – am liebsten würde ich viel dunkelblauen Samt dazu kaufen und ein bodenlanges Kleid schneidern, wer weiß…

4 Gedanken zu „Bluse à la Russe“

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