schlichtes Gedichtband
Nachhaltigkeit

30 Tage Capsule Wardrobe – es ist geschafft

30 Tage lang nur 20 Kleidungsstücke tragen – es ist geschafft. Und es war schöner als ich es mir vorgestellt habe.

30 Tage sind eine lange Zeit. Da hat man bessere und schlechtere Tage, mit Spaß und Stress und großen Freuden und kleinen Enttäuschungen. Im Großen und Ganzen kann ich nur sagen – ich genoss den Sommer. Genoss frühe Himbeeren, Kirschen frisch vom Baum, Sommergewitter, lange Spaziergänge und Sonnenuntergänge in rosa und violett. Das waren Wochen, in denen alles sehr schlicht und gegenwärtig und echt war – wie in der Kindheit. Und mein Kleiderschrank passte dazu.

War tatsächlich mein neu gestalteter Kleiderschrank dafür ausschlaggebend, dass ich ganz plötzlich und unerwartet mitten im Sommer die Entschleunigung gefunden habe, nach der ich mich jahrelang verzehrt habe? Ich denke nicht. Aber er war ein täglicher Teil meines Lebens – einer der vielen schönen Teile.

Ich habe mich gefühlt, als hätte ich eine News-Webseite zugemacht – eine von den schlechteren, mit fliegenden Bannern, blinkenden Angeboten, grellen Farben und unwichtigen Headlines, die dich anschreien – und statt dessen ein Gedichtband vom Regal geholt. Weißraum und Ruhe. Luft zum Atmen.

schlichtes Gedichtband

Wenn sich die Kleidungsstücke untereinander gut kombinieren lassen, sind 20 Teile alles andere als wenig. Das bietet Platz für „mah, ich bin unausgeschlafen“-Outfits genau so wie für „schaut mich alle an, heute gefalle ich mir richtig gut im Spiegel!“ 🙂

Auch mit so einer kleinen Auswahl habe ich manche Kombinationen etwas öfter getragen als andere – und zwar die schlichteren. Habe ich so gar nicht erwartet. Viel Weiß zum Einrahmen meiner Sommertage. Oder meines Lieblingsschmucks.

Schlichte Bluse und Ring
Bluse: selbstgemacht. Ring: vintage (Sowjetunion). Ein neues Leben wurde ihm hier eingehaucht: barotanyi.at

Fotos habe ich leider keine gemacht. Habe weder in der Arbeit noch zu Hause Spiegel in Tageslicht-Nähe, und Extra-Shootings… hätten nicht zu diesen 30 entschleunigten Tagen gepasst 🙂 Ich hoffe, der Sommer bleibt genau so schön, wie er angefangen hat, auch wenn es etwas weniger Posts für euch bedeutet.

Und was ich sonst noch gelernt habe:

2 Jeans sind zu viel für eine Kapsel. Zumindest für eine Kapsel, in der auch eine Short und eine Stoffhose, Röcke und ein Kleid vorkommen. Ich trage Jeans verhältnismäßig oft, aber eine hätte mir völlig gereicht.

Den ärmellosen selbstgestrickten Pullover habe ich kein einziges Mal getragen – wie schade! Der Wiener Sommer ist wenig geeignet für dieses Kleidungsstück: es gibt kein „angenehm kühl“, sondern entweder  „sauheiß“ oder „Sauwetter“ mit Regen und Wind. Für ärmellos dann doch zu kalt und für was drunter anziehen zu warm im Sommer.

Ärmelloser Pullover mit Kapuze

Also bin ich im Endeffekt mit 19 Kleidungsstücken ausgekommen. Hm.

Die Röcke: gerne neutraler. Zu Beginn meiner Nähzeit habe ich sehr gerne gemusterte Röcke aus verschiedenen Stoffen genäht – geht einfach, schnell, oft auch ungefüttert, der Stoff kann seine Wirkung entfalten…

 

Beim Kombinieren ist es etwas schwieriger. Ein gemusterter Rock hätte gereicht. Einen weiteren neutralen Rock hätte ich mir hingegen gewünscht.

Die hässliche und so geliebte kurze Hose – aaah, dafür hab ich jetzt einen edlen Ersatz! Ich habe eine neue kurze Hose genäht! Und es wird gleich das Thema des nächsten Beitrags.

Kurze Hose

Und weiter?

Ich mache auf jeden Fall weiter. Für die kommenden Wochen vom 13. Juli bis zum 1. September stelle ich eine Capsule Wardrobe aus 20 bis höchstens 22 Stücken zusammen. Diese wird sich eventuell nicht so einfach gestalten – aber das ist eine andere Geschichte.

 

7 thoughts on “30 Tage Capsule Wardrobe – es ist geschafft”

  1. Sehr spannend zu lesen, wie es dir damit erging, daran sieht man mal, wie wenig man eigentlich braucht :)! Was mich jetzt noch interessieren würde – wo hast du die Teile hin, die du nicht ausgesucht hast? Ist Capsule nicht einfach „Herbst/Winter/Frühling“ Klamotten irgendwo verstauen und aus den Sommer Sachen sich die Lieblingssachen raussuchen? Oder hast du nur noch 30 Klamotten insgesamt? 🙂

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    1. Hi! Ja, ich habe die Teile verstaut – ich werde sie ja noch zu anderen Jahreszeiten brauchen 🙂 Ich habe halt alles übrige weggeräumt, damit ich einen besseren Überblick habe und mich nicht dauernd daran erinnern muss, was jetzt Teil der momentanen Kapsel ist und was nicht. Einen Vorteil hat das Verstauen allemal: die zusammengelegten Sachen brauchen wesentlich weniger Platz im Schrank als die aufgehängten! (eh logisch 🙂 ) Der Rest des Schranks sieht also auch aufgeräumter und nicht so vollgeladen aus.
      Glg Juli

      Gefällt 1 Person

      1. Vielen Dank für die Erklärung :)! Ich glaube man merkt mit der Methode im Nachhinein, dass man gar nicht so viel braucht. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass das Verstauen bei manchen Leuten das „Problem“ auch nur verschiebt. Also aus dem Augen aus dem Sinn und so 😀 Zumindest war es bei mir so. Ich habe früher oft den Schrank aufgeräumt und das auch saisonal (Capsule ist ja so ähnlich nur mit der Zusatzregel von 20 Teilen oder so) und die restlichen Klamotten irgendwo anders hin, damit mehr Platz ist und es schöner aussieht. Im Endeffekt habe ich aber so immer mehr angesammelt (immer bei den Übergängen von einer Saison zur nächsten). Dass es auch funktionieren kann, sieht man aber ja an dir 🙂 Dann bin ich mal gespannt, wie dein Herbst Projekt wird 🙂

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    1. Ja, im Herbst gibt’s dann andere Herausforderungen! Allerdings kann man da ja mehr Schichten übereinander tragen – vielleicht ergeben sich alleine dadurch mehr Varianten.
      Liebe Grüße
      Juli

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