Sommerkleid selber genäht
Nähen

Für die Sommer-Capsule: Mein Kleines Schwarzes ist bunt bedruckt

Beim heutigen MeMadeMittwoch möchte ich ein Kleid vorstellen, das in meiner ersten Capsule Wardrobe die Funktion des Kleinen Schwarzen übernimmt.

Kleid in Petrol, gemustert

Der Stoff

Polyester-Reststück vom Abverkauf-Wühltisch (Habe ich nicht gesagt, ich kaufe nur hochwertige Stoffe? Asche über mein Haupt… Aber es ist auch vor einem Jahr passiert, und ich muss gestehen, auch die Fotos sind somit ein Jahr alt. Das ist also mein erstes Blog-Fotoshooting, sechs Monate bevor ich den Blog „blaue Seide“ eingerichtet habe.)

Warum habe ich denn das Polytierchen gekauft, hatte ich doch schon damals eine aus allen Nähten platzende Truhe mit Stoffen daheim? Es waren natürlich die Reitermotive – hat sonst jemand von euch gleich an Hermès gedacht?

Das Schnittmuster

Wieder mal von Burda, aus einer Sommerausgabe des vergangenen Jahres.

Der Schnitt ist eigentlich für Jersey ausgelegt, aber es gibt ihn erst ab Größe 36 und ich mit meiner kleinen 32/34 dachte, es wird schon auch mit Webstoff gehen. Habe den Schnitt sogar etwas verkleinert, den Halsausschnitt aber vergrößert, damit der Kopf ganz sicher durchpasst. Wäre, glaube ich, gar nicht notwendig gewesen. Es gibt keinen Zip oder anderen Verschluss, ich streife es einfach über.

Die Länge habe ich absichtlich original gelassen; eventuell habe ich das Kleid sogar um einige cm verlängert. Noblesse oblige, mich erinnert der Stoff nun mal an die großen Seidentücher und Strandtunikas von Hermès 🙂

Schlichtes Kleid in Petrol Reitermotive

Das Sommerkleid

Wenn man dreißig Tage lang mit nur einem Kleid auskommen muss/will, ist dieses Modell perfekt, sage ich mal. Es erfüllt alle Kriterien, die dem Kleinen Schwarzen Kleid laut Chanel zugeschrieben werden:

Es steht mir.

Die Legende besagt, dass Chanel mal gesagt habe, ein kleines schwarzes Kleid steht allen Frauen. Gabrielle Coco Chanel war eine ausgezeichnete Geschäftsfrau und außerdem mit einem herrlich kontrastreichen Aussehen gesegnet, mit dunklen Haaren, scharf gezeichneten Augenbrauen und schwarzen Wimpern. Ein schwarzes Kleid steht vielen Frauen, vor allem aber jenen mit mit dunklen Haaren, scharf gezeichneten Augenbrauen und schwarzen Wimpern 🙂

Ich bin ein heller-kühler Sommertyp, mir steht Babyblau, und Eierschalen-weiß, und Mint, und Altrosa und ein bisschen auch Petrol. Trage ich reines pures Schwarz, muss ich vor allem eins: mich schminken. Scharfe Augenbrauen zeichnen, und schwarze Wimpern malen, und wenn ich dazu noch einen Hut aufsetzen dürfte, der meine Haare zum Großteil verdeckt – whoa! Ja, Schwarz steht allen Frauen!

Grund Nummer zwei:

Man kann es auf- oder abstylen. Mit schwindelerregenden High Heels kombinieren, wie beim obigen Shooting (Gottseidank habe ich die Schuhe nicht mehr, sie waren schrecklich) oder mit flachen Ballerinas tragen. Oder geflochtene Römer-Sandalen. Und jedes Mal sehe ich etwas anders aus.

Kleid in Petrol

Und zuletzt:

Es sieht (zumindest in meinen Augen) hochwertiger aus, als es ist.

Die Herstellungskosten betrugen weniger als 10 Euro. Ich finde, es ist die Kombination, die es ausmacht: der Druck; der einfache, aber raffinierte Schnitt (schaut nur, wie die Ärmel fallen, hach!). Es ist kurz, es hat einen breiten Ausschnitt und relativ kurze Ärmel, aber für ein Sommerkleid ist es doch recht – hochgeschlossen. Auch das mag ich sehr.

Sommerkleid selber genäht

Und noch einmal zur Caplsule Wardrobe

Mal sehen, wie das Kleid sich als das Sommerkleid der kommenden 30 (nun nur mehr 27!) Tage macht, wie oft und wie gerne ich es tragen werde. Im Moment habe ich übrigens noch das Gefühl, 20 Kleidungsstücke sind eine richtig große Menge und ich werde sicher nicht „hungern“. Das Kleid habe ich allerdings noch nicht getragen.

Liebe Grüße an alle MMM-Kolleginnen und nun gehe ich in der heutigen Ausgabe stöbern! Was habt ihr Schönes für den Sommer genäht?

 

 

Lolita Rock Innocent World
Nachhaltigkeit

Follow the white rabbit – auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Der Rock, von dem ich heute berichten werde,  ist nicht natürlich mein allererstes Second Hand Teil. Wer hat als Kind nicht bereits getragene Kleidung bekommen?

An ein Hemdchen aus meinen Kindertagen kann ich mich besonders gut erinnern: aus feinstem Batist, mit kurzen Ärmeln, Kragen mit Steg, „wie bei den Großen“ und – einer verdeckten Knopfleiste! Und das Ende Achtziger in der Sowjetunion,  der Zeit der kratzenden Strumpfhosen, kratzender Unterhemden, kratzender Schuluniform, drückender Schuhe… Weil es nichts anderes gab. Noch nie zuvor und auch jahrelang danach habe ich keine verdeckte Knopfleiste gesehen, das war wie ein Gruß aus einer anderen Welt. Das war es  höchstwahrscheinlich auch – aus dem „Ausland“, dem „Westen“, „von drüben“, und noch zehn andere Synonyme für diese andere Welt; und dieses Hemd war eine Metapher für all das, was es alles in dieser Welt anders war. Dünner Batist in zartrosa, Brusttaschen und Knopfleiste. Ein Kinderhemd von besserer Qualität als jede Erwachsenenkleidung in unserem kleinen Haushalt damals.

Und so hat dieses Hemdchen von damals, das erst im Zuge unseres Umzugs nach Österreich in die nächsten guten Hände kam, eine Gemeinsamkeit mit dem geliebten Alice-Rock, meinem nächsten „ersten“ Second Hand Fundstück zwanzig Jahre später: in „neu“ hätte ich es nie haben können. Hätte ich es mir nicht leisten können? Nein, vielleicht aber doch, je nach dem… Viel eher wäre ich gar nicht damit in Berührung gekommen, diese Welten könnten genau so gut  verschiedene Planeten bevölkern: hochwertige Kinderkleidung aus Europa und ein Kind der sowjetischen Unterschicht, eine Angestellte aus Wien mit einem Faible für H&M, Primark & Co und die japanische Lolita-Marke…

innocent-world-alice-im-wunderland-second-hand
„So she was considering, in her own mind (as well as she could, for the hot day made her feel very sleepy and stupid), whether the pleasure of making a daisy-chain would be worth the trouble of getting up and picking the daisies, when suddenly a White Rabbit with pink eyes ran close by her.“

Ja, damals machte ich mir noch keine Gedanken über nachhaltigen Konsum, Umweltverschmutzung und faire Löhne, ich hatte mehr Billigshirts im Schrank als ich heute insgesamt an Kleidung besitze und die Rana Plaza Fabrik in Bangladesh stand noch acht Stockwerke hoch und unversehrt.

Das kommt alles auf mich zu ein paar kurze Monate später und zwar gleichzeitig: meine Ernährungsumstellung, Bilder von Plastik in Meeren, über 80% aussortierte Kleidung, die nicht mehr passt (wovon ich wiederum 80% sowieso nie oder nur ungern trug), Medien und Blogger schreiben über Rana Plaza, Nähen und Stricken sind meine neuen Leidenschaften, erste Gedanken zum Minimalismus  und, trotz allem: meine Desorientierung.

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„…Alice started to her feet, for it flashed across her mind that she had never before seen a rabbit with either a waistcoat-pocket, or a watch to take out of it, and burning with curiosity, she ran across the field after it, and was just in time to see it pop down a large rabbit-hole under the hedge.“

Was mache ich und wofür? Was kann ich alleine schon bewirken? Zieht nicht jeder Flug, den ich antrete, einen dicken Strich durch meine lächerlichen Bemühungen, „doch was für die Umwelt zu tun“? Oder gar jede gekaufte Packung von in Plastik eingewickelten Erdbeeren? Habe ich es nicht auch so schon schwer genug, aufgewachsen mit dem Gegenteil von Überfluss, und nun, bei aller Kaufkraft, von der Bekleidungsindustrie für Erwachsene oft  übersehen? Wo finde ich einen BH in Größe 60C? Und dann noch fair produziert?

Der Rock war zu dem Zeitpunkt schon gekauft, in einem Pariser Second Hand Shop mit Ausrichtung auf Lolita und Underground-Kulturen, einem Shop, den es leider nicht mehr gibt. Ich kaufte ihn trotz meiner Abwehrhaltung gegenüber „getragenen Sachen“ und obwohl er mir zum damaligen Zeitpunkt etwas zu klein war – wegen dem weißen Kaninchen aus „Alice im Wunderland“.

innocent-world-alice-im-wunderland-rock
„In another moment down went Alice after it, never once considering how in the world she was to get out again.“

Das weiße Kaninchen mit Westentasche und Uhr darin führte mich mit kleinen Schritten in eine andere Welt – nach diesem Kauf betrat ich keine einzige Primark-Filiale mehr. Lernte richtig nähen. Kaufte mein erstes „Fairmade“ Kleidungsstück….

Fast vier Jahre sind vergangen – und ich bin erst am Anfang dieses Weges, von dem ich nicht weiß, wohin er mich führen wird. Ja, ich kaufe immer noch Erdbeeren in Plastik. Mein großer Kleiderschrank ist mittlerweile halbleer (halbvoll?) und wird es auch bleiben. In den letzten 30 Monaten erwarb ich nur wenige Kleidungsstücke, einen Teil davon gebraucht.

In Gedanken bereite ich mich auf eine neue kleine Challenge vor – mehr dazu im nächsten Post.

innocent-world-second-hand-rock
„The rabbit-hole went straight on like a tunnel for some way, and then dipped suddenly down, so suddenly that Alice had not a moment to think about stopping herself before she found herself falling down what seemed to be a very deep well.“

Rock: Innocent World (eine japanische Classic Lolita-Marke)

Bluse: gleiches Burda Schnittmuster wie hier (Bluse aus russischem Wolltuch). Genäht aus einem Reststück dünnem Batist (Batist? Ja, so schließt sich der Kreis wieder 🙂 Ich kann das Schnittmuster sehr empfehlen: die Bluse fällt schön, sieht edel aus und ist an einem Tag genäht, selbst mit französischen Nähten, wie hier.

Schuhe: Pas de Rouge

Zitate: Lewis Carroll, „Alice’s Adventures in Wonderland“ (1865)

Shirt mit Eule und schmale Hose
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Warum eine 7/8 Hose eigentlich altmodisch und wunderbar weiblich ist

«Ich lieb‘ auch deiner Füße Paar,
Wenn sie in Gras und Blumen gehn;
In einem Bächlein sommerklar
Will ich sie wieder baden sehn!»

«Auf dem besonnten Kieselgrund
Stehn sie wahrhaftig wie ein Turm,
Obgleich der Knöchel zartes Rund
Bedroht ein kleiner Wellensturm!»

Gottfried Keller, Trauerweide

Also ich liebe, liebe die neue Modeerscheinung, die eigentlich gar nicht mehr so neu ist – verkürzte Hosen in der kalten Jahreshälfte, die knapp über dem Knöchel enden und so das zarteste Körperteil einer Frau entblößen, dem Winterwind zum Trotz.

Das ist so wunderbar altmodisch, so jung der Trend auch sein mag. Zusammen mit den lässigen Oversize-Oberteilen, die wir jetzt in den Zehnerjahren tragen, ergibt es eine Silhouette, die den Fokus von der Taille und Hüfte wegbringt und den Blick auf die schmalen weiblichen Fesseln lenkt.

Kommt uns die Intention nicht irgendwie bekannt vor? Hier zum Beispiel ein Empire-Kleid, Anfang 19. Jahrhundert:

Empire-Silhouette - eine tanzende Frau
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Empire_silhouette

Na gut, vielleicht habe ich zu weit hergeholt. An mir wirkt das Outfit eher androgyn, aber ich mag es 🙂

androgyn - verkürzte Hose und Eulenshirt

Schön weil unpraktisch?

Der Grund, warum ich diese coole Hose auf diese stylische Art und Weise diesen Winter sehr selten getragen habe ist simpel: es war grauslich und kalt. Es hat sich doch nichts verändert in all den Jahrhunderten der Modegeschichte – die Trends werden im vollen Ausmaß vor allem von jenen Bevölkerungsschichten mitgetragen, die keinen normierten langen Arbeitstag haben. Wie könnte man auch im Korsett Gras mähen? In der Rapper-Hose der Neunziger (mit Kreuznaht in der Kniegegend und tiefer) am Bau arbeiten? Mit nackten Knöcheln bei -8 auf die U-Bahn warten, die ab 22:00 nur alle 15 Minuten fährt?

Das T-Shirt mit Eulenaufdruck aus einem Jersey-Rest habe ich selbst konstruiert.
Wer errät als Erster, wo das Foto entstanden ist? :))

Das Outfit wirkt nicht, wenn man obenrum eine winddichte fix zugemachte Parka mit einer Haube und Kapuze obendrauf trägt. Wettertechnisch perfekt ausgerüstet, nur hat man das letzte Paar saubere Socken schon gestern anziehen müssen.

Die verkürzte Hose verlangt nach einem offenen Mantel, handschuhfreien Händen,  einer lässig in den Nacken geschobener Haube. Zumindest irgendwas davon.

Hier habe ich auf jegliche Oberbekleidung verzichtet, immerhin ist es ja schon März, zum Glück. Ich werde das Outfit nun genau so richtig oft tragen, auch wenn die Hose nicht (mehr) richtig sitzt. Dazu gleich mehr.

Verkürzte Hose, Eulenshirt, kurzer Blazer

Schnittmuster

Hose: Burda 2/2016, auch hier gezeigt.

Eulenshirt: Weites Shirt mit angeschnittenen kurzen Ärmeln, selbst konstruiert.

Das Shirt ist genäht aus einem Viskosejersey-Rest, kaum größer als 60 cm. Daher ist auch das Halsbündchen aus einem anderen Jersey zugeschnitten.

Ja, ich weiß. Die Hose passt nicht richtig. Viel Mehrweite vorne. Sie hat mal perfekt gepasst, ich kann es selbst kaum glauben. Hatte keine einzige Falte vorne – bei der ersten Anprobe habe ich fast gejubelt.

Meine Taillen- und Hüftmaße sind leider sehr volatil und reagieren auf jegliche Gewichtszu- und Abnahme. Ich werde einfach wieder mehr essen und mir weniger Sorgen machen und dann passt die Hose schon wieder. Ich würde nämlich nur ungern eine neue nähen – das war das erste Projekt, bei dem ich Stunden getrackt habe und bin auf insgesamt 30 gekommen. Bumm, bin ich langsam!

Hose - Schnitt von Burda, T-Shirt - selbst konstruiert

Dieses Lieblingsoutfit von mir darf am heutigen MeMadeMittwoch teilnehmen – dort zeigt Wiebke ihr Frühlingskleid in Herbstfarben… Und auf die Kreationen von allen anderen freue ich mich auch schon sehr!

 

Handschuhe babyblau, himmelblau
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Das i-Tüpfelchen: Handschuhe in Babyblau

Und weil es so viel Spaß macht, mache ich heute wieder mal beim Memademittwoch mit, erstmals mit einem richtigen Frühlingsoutfit!

Darf ich vorstellen:

  • Bluse aus Baumwollstretch, nach diesem Schnittmuster von Burda.
  • Bleistiftrock aus stretchigem Wollstoff, selbst konstruiert.
  • Und – und: Handschuhe!! Ich habe selbst Handschuhe genäht!! Schnittmuster: natürlich Burda.

Outfit: babyblue suede gloves, pencil skirt

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich habe mir mein Leben lang ellbogenlange Handschuhe aus babyblauem Veloursleder gewünscht. Aber eines schönen Morgens vor einigen Wochen, als ich beim ersten Kaffee flüchtig die Nachrichten aus aller Welt durchscrollte, wusste ich: DIE brauche ich. Ein Sublimationswunsch, in Anbetracht dessen, was ich mir sonst in Bezug auf Weltgeschehen wünschen würde? Gut möglich.

Also raus aus dem Nachrichtenportal und rein in die Webshops.

Kaufen? Unmöglich!

Ich habe es auch offline versucht. 4 Geschäfte mit erstklassiger Beratung und ebensolchen Preisen. Nach etwa einer Woche wusste ich: selbst wenn es eine Möglichkeit gäbe, diese Handschuhe, genau so, wie ich sie vor meinem inneren Auge sehe, käuflich zu erwerben, würden sie mehr kosten, als jedes Outfit von mir, das sie komplettieren würden.

Und nach noch einer Woche kaufte ich diesen herrlichen 60er Jahre Mantel mit 7/8 Ärmel.

60ies blue coat and babyblue gloves
Retro-Oberbekleidung ohne Handschuhe tragen? Geht gar nicht!

Verkürzte Mantel- und Jackenärmel schreien nach Handschuhen, und Retro-Mäntel sowieso. Ich brauchte also passende Handschuhe – in meiner Welt existierten seit ein paar Tagen nur die. Himmelblaue ellbogenlange Handschuhe aus zartem Velourleder.

Also fasste ich mir ein Herz. Und kaufte 40 cm Veloursleder-Imitat im Wert von einem Cocktail oder zwei Tassen Kaffee beim Bäcker. Damit es nicht so weh tut, wenns doch nicht klappt.

Keine Angst, meistens klappt es doch

Als absolutes Anfänger-Projekt würde ich es nicht bezeichnen. Ich fand es witzig, dass mir ausgerechnet das Vorgänger-Projekt, die Bluse mit Manschetten, guten Dienst für die Handschuhe geleistet hat.

Daumen einsetzen ist nämlich ein ähnlicher Spaß wie Ärmel einsetzen, nur im Puppenformat. Und die Keile zwischen den Fingern sind ähnlich tricky zu nähen wie der Manschettenschlitz. Ich habe im Durchschnitt jede dritte Naht nachgebessert/neu genäht.

Das heißt, ich muss noch etwas üben bevor ich mich an echtes Leder wage, denn dieses kann nicht einfach so aufgetrennt und neu vernäht werden.

Kleiner Tipp für das Nähen von Handschuhen

Ich habe kleine Hände und dementsprechend die kleinste Größe genäht. Besser wäre es, eine halbe Größe raufzugehen, denn: Nahtzugabe 2mm!

Burda, are you kidding? Meine Nähmaschine und ich haben uns Mühe gegeben. Wir waren ehrlich bemüht… und so weiter, wie in einem schlechten Arbeitszeugnis 🙂

Während ich genäht habe, dachte ich aber nur, hoffentlich passen die Finger da rein!  – Nahtzugabe 5 bis 7 mm war das kleinste, was ich zustande gebracht habe. Ja, sie passen. Aber hier ist der Tipp für alle Nachmacher: die größere Größe nehmen und entspannen 🙂

Selbstgenähte Handschuhe

Noch ein paar Details

Der Rock hat einen Schlitz! Unbedingt notwendig, denn er läuft nach unten schmäler zu. Sehr große Schritte kann ich damit dennoch nicht machen, aber wer macht schon große Schritte, während man lange Handschuhe trägt!

Bleistiftrock mit Schlitz und Mantel im 60-er Jahre Stil

Die Bluse: Das ist ein Maiglöckchen-Druck! Meine Vorliebe für Flora und Fauna auf Stoffen blüht und gedeiht (hihi), und dieser Stoff war Liebe auf den ersten Blick! Die Bluse wird in den kommenden Monaten noch oft getragen werden…

Bluse Maiglöckchen himmelblaue Handschuhe

Ich kann das Schnittmuster für die Bluse übrigens uneingeschränkt empfehlen. An einem Tag genäht, ist die Bluse lässig und bequem wie ein T-Shirt, wirkt aber viel „angezogener“. Ich habe diese Bluse bereits zwei Mal genäht, und es folgen eventuell mehr. Den Querbalken am Rücken habe ich aber jedes Mal weggelassen, ein schöner großer Rückenausschnitt ist Blickfang genug, finde ich 🙂

Alles Liebe und viel Spaß beim MeMadeMittwoch am Weltfrauentag!