Hose aus Woll-Seiden Mischung, Tweed
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Violett, orange und rosa – so trage ich die neue Hose!

Ich gehöre zu den Menschen, bei denen Tasche und Schuhe farblich nie zusammenpassen.

Es gibt ja bekanntlich solche und solche. Laut meinem Gefühl gehöre ich eindeutig zu einer Minderheit – egal, welches Land, welche Generation und welcher Verwandtschafts- und Bekanntengrad  – was hatte ich nicht schon mit Tipps zu kämpfen, wie:

Wundervolle neue Schuhe hast du! Taupe ist jetzt in! Jetzt musst du nur noch die passende Tasche in Taupe finden!

Schau, du hast doch diese tolle blau-weiße Tasche – ich habe heute bei meinem Spaziergang direkt neben dem einen Geschäft gleich bei der U-Bahnstation, du weißt schon, hinter der Straßenbahnlinie, blau-weiße Schuhe entdeckt – du musst gleich morgen hin und sie kaufen!

Deine roten High Heels sind so schön! Ich habe heute den ganzen Vormittag auf Zalando gestöbert und endlich eine perfekte rote Tasche dazu gefunden! Wart, ich schick dir den Link!

Ähm, ja. Danke. Schau ich mir an.

Es gibt nicht nur Farben! Die Kinder lernen im Kindergarten Farben, rot, gelb, und blau, und weiß was ich noch, aber sie lernen auch: matt und glänzend, flauschig und glatt, und dann gibt es noch voluminös und kompakt, schlicht und üppig, und und und… Es ist eine unendliche Spielwiese.

Soviel zu Schuhen und Taschen – und wenn dann noch ein andersfarbiger Gürtel dazu kommt? Empfindliche Gemüter, jetzt bitte wegschauen 😀

Hose aus Woll-Seiden Mischung, Tweed

Das Outfit:

Tweedhose aus einer Woll-Seidenmischung, selbst konstruiert in der Modeakademie.

Hemdbluse: auch selbst konstruiert, und hier vorgestellt.

Gürtel: Hugo Boss und noch zu haben (Zalando)

Schuhe: Pas de Rouge

Tasche: DKNY, meine große Liebe

Die Tweedhose

Es ist meine zweite Hose, die ich genäht habe – und dann gleich auch noch selbst konstruiert!

Es war ein angenehmes und relativ schnelles Projekt. Das Schnittmuster hat auf Anhieb gepasst, was meine Lehrerin im Kurs sehr erstaunt hat – ich habe wohl eine richtige „Hosenfigur“. Dem Grundschnitt habe ich ordentlich Weite dazugegeben, um eine richtige Businesshose zu bekommen – die nächste Hose werde ich aber wieder enger machen. Es ist doch etwas ungewohnt.

Tweedhose Passform von hinten

Die seitlichen Eingriffstaschen waren gar nicht schwer zu nähen – die würde ich am liebsten nun überall einsetzen! Und, oh, jetzt weiß ich, wozu die ganzen Baumwollschnipsel gut sind, die ich immer aufhebe!

Buntes Taschenfutter, Tweedhose

Alles in einem bin ich sehr glücklich und stolz auf mich. Ich habe ein komplettes Outfit fürs Büro genäht – businesslike und maßgeschneidert. Jahrelang habe ich außer Kleidern nur Jeans und Jersey-Tops ins Büro getragen. Kaufhosen und -Röcke alle viel zu groß, und die Passformprobleme mit Blusen habe ich ja auch schon beschrieben.

Nun habe ich aber das Schnittmuster, dass ich unendlich optimieren und reproduzieren darf 🙂 Ein dünner grauer Wollstoff liegt auch schon gewaschen und wartet auf den Zuschnitt. Ich muss mich nur noch entscheiden, ob ich das Taschenfutter diesmal  in mint oder weinrot haben möchte…

Tweedhose Outfit mit Gürtel Hugo Boss

Und wie sieht es mit euch aus? Ich bin gespannt 🙂

Schuhe-Tasche-Gürtel, was soll zusammenpassen? Die Farbe? Die Textur? Der Stil? Oder kann man eh alles tragen, wie einem der Sinn danach steht 😀

Und was habt ihr schon alles an Business Kleidung genäht?

Ich präsentiere das Outfit wieder mal beim MeMadeMittwoch, wo auch die heutige Gastgeberin Dodo ihre Lust auf Farben vorstellt…

 

Hemdbluse in violett
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Die wirklich erste Hemdbluse

Wie viele Frauen haben tatsächlich eine gut sitzende Hemdbluse im Schrank? Jeder Stil-Ratgeber spricht von perfekt sitzenden Etui-Kleidern, einer Jeans, die wirklich passt… Aber was ist mit Business-Blusen, Blusen mit Kragen, Manschetten und sonstigem „maskulin-seriösen“ Firlefanz?

Ich hatte nie eine.

Die Passform

Wenn wir eine Bluse im Geschäft anprobieren – was muss denn alles sitzen, damit wir sagen können: passt, ist gekauft? Es sind einige Faktoren:

  • Kragenweite, na klar
  • Schulterweite
  • Ärmellänge (überlange Ärmel ruinieren die ganze Silhouette, man glaubt es nicht! Zu kurze Ärmel sehen aber auch nicht besser aus)
  • Ärmelweite
  • Manschettenweite (auch von „schwimmenden“ Handgelenken kann ich ein Lied singen!)
  • Abnäher: Position und natürlich Tiefe. Dh. in meinem Fall ein Problem der Überweite im Brust- und Taillenbereich, sowie Brustabnäher, die 10cm oder mehr unter der Brust enden – auch witzig.
  • Weniger heikel, aber auch lästig, wenn es so gar nicht passt: die Gesamtlänge.

Im Ernst, das kann doch nie funktionieren, oder? Jede Frau ist anders, hat andere Proportionen und Maße…

Auch auf Männer trifft das zu, und hier hat die Industrie vorgesorgt: Es gibt unterschiedliche Passformen für unterschiedliche Figuren und Bedürfnisse, wie slim fit, modern fit, classic fit… Viele Firmen bieten unterschiedliche Ärmellängen für gleiche Modelle an. Ein Hemd in extra-lang oder extra-kurz: alles kein Problem. Nicht zu sprechen von den oft hochwertigeren Stoffen im Vergleich zu Damenabteilungen in gleichen Geschäften!

Hemdbluse in violett

Genug gejammert, zum Glück können wir ja nähen 🙂

Auch lerne ich gerade Schnittkonstruktion, das heißt, es ist auch mein erstes selbst konstruiertes „richtiges“ Oberteil.

Die Ausführung

Schnittmuster: selbst gezeichnet

Stoff: Hemdenstoff aus einem Coupon-Geschäft im schönen Paris

Das Technische: Nicht schwierig, wirklich! Traut euch! Gut, ich habe gut reden, denn ich habe für diese Bluse insgesamt vier Ärmel mit Manschetten genäht: 1 Probestück, 1 Ärmel mit Schlitz vorne statt hinten und 2 richtige :)) Es geht in der Tat immer schneller und sicherer von der Hand.

Ganz besonders glücklich bin ich über die violetten Ton-in Ton Knöpfe. Ist es euch aufgefallen, dass die günstigeren Marken einfach immer schwarze Knöpfe auf alles knallen was etwas dunkler ist als ein Mittelgrau-Ton? Nein, es ist kein cooles Design, es kommt einfach günstiger.

Violette Hemdbluse mit violetten Knöpfen
Was mach ich beim nächsten Mal mit den Abnähern? Tiefer setzen oder einfach besser ausbügeln? Seht ihr, was ich meine?

Das Shooting

Die Bluse hat die Farbe des portugiesischen Weins und hätte zum ersten Mal in Lissabon getragen werden sollen 🙂 Ich hatte sie aber schon vorher an – aufgrund eines wichtigen Meetings im Büro – man sieht, wie nötig ich so eine Bluse hatte! 3 Wochen alt und 3 Mal getragen – das ist mal ein Kleidungsstück, dessen Anschaffung sich lohnt!

Ich wusste nicht, dass das Hotel, das wir ausgesucht hatten, mitten im Banken-,  Finanz- und Versicherungsviertel Lissabons ist. In dieser konservativen Umgebung kommt man sich richtig kess und innovativ in Violett vor!

Lissabon - Bar

Am meisten zu bieten hat natürlich der historische Teil Lissabons.

Hier mit Jeans, Boots und Sonne!
Hier mit Jeans, Boots und Sonne!

Und noch etwas ist mir beim Durchsehen der Fotos aufgefallen: Warum sagt uns Blauäugigen eigentlich niemand, wie gut uns Violett und Lila stehen? Ich brauche definitiv mehr solche Oberteile im Schrank!

Violette Oberteile lassen blaue Augen strahlen

blaues schmales Kleid
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Blattadern in Blau – ein elegantes Jerseykleid

Als ich den Jersey in der „Sale“-Auslage meines Lieblingsstoffgeschäfts gesehen habe, wusste ich: der ist für mich. 4 Euro pro Meter, rauchiges dunkles Blau, und das Blatt. Ein riesiges Blatt, ein Meter hoch und ein Meter breit, durchzogen von Adern. Eines der schönsten Stoffe, die ich je gesehen habe… Das musste ein Kleid werden.

Auch wusste ich – da wird gestückelt, bis nichts mehr übrig bleibt vom Blatt. So schön es auch ist – ich bin leider/gottseidank nicht ein Meter breit, und – wofür war der Stoff mit dem Riesen-Rapport eigentlich gedacht? Ich kann mir keine Vorhänge oder andere Heimtextilien aus Jersey vorstellen…

Also wurde das Blatt zerstört, es musste schließlich ein urbanes Kleid fürs Büro werden; die Adern sollten weiterhin die fragile Ästhetik der Anatomie zur Schau stellen, ohne sich auf die konkrete Natur zu beziehen.

Jersey Kleid

Die Ausführung

Ausgegangen bin ich vom Modell 3B der Burda Easy Herbst/Winter 2015. Da steht was vom figurnahen Schnitt, und Jersey-Kleider sind in meinem Kopf immer eng geschnitten.

Ähm… insgesamt waren es um die 12 cm, die ich rund um die Taille, und sicher so an die 6 cm im Brustbereich, die ich weggenommen habe. Nur die Ärmel samt den Armausschnitten habe ich lassen können, wie sie sind – Burda hat immer schön schmale Ärmel!

Das Blattstiel habe ich exakt in der Körpermitte platziert, die Ärmel habe ich stückeln müssen – natürlich habe ich wie immer zu wenig Stoff gekauft. Exakt ein metergroßes Blatt 🙂

Und so trage ich es momentan im Büro. Zugeknöpft im (Kauf-)Blaser.

Jersey-Kleid mit Blazer
Habe ich erst mal den Blazer an, bin ich plötzlich viel weniger entspannt ))

Ändern oder so lassen?

Alles in einem ist es ein schönes Kleid geworden, wenngleich es mich nicht so glücklich macht, wie ich es gehofft habe. Der Jersey hält warm und fühlt sich angenehm an, wird aber schnell elektrisch und klebt zwischen den Beinen, meh.

Ich habe es schon oft getragen, aber mich darin nie so richtig „wow“ gefühlt. Irgend etwas hat mich immer gestört, das ich nie genauer benennen konnte. Eine Erleuchtung hatte ich, als ich dieses Foto vom „Shooting im schmutzigen Schnee“ gesehen habe:

Jersey-Kleid: Passform
So schrecklich das Foto auch ist – hier kommen die gestückelten Ärmel gut zur Geltung!

Meh. Es ist mir immer noch – zu groß. Schräge Falten in meinem (Hohl-)Kreuz, Falten unter den Armen… Dadurch, dass das Kleid nicht mal am Popsch richtig anliegt, formt das Blattmuster komische Kurven, die der Figur nicht wirklich schmeicheln.

Ich könnte die Rückennaht noch verschmälern. Mehr als 2-3 cm werden aber wohl nicht drin sein, und die Seitennähte könnten sich arg nach hinten verziehen… Soll ich, soll ich nicht? Ich habe so viele schöne neue Stoffe, die auf die Verarbeitung warten, andererseits, um das Kleid, das mir wirklich gut steht, ist es auch irgendwie schade…

Ganz viele richtige „Wow“-Projekte hat wie immer der MeMadeMittwoch zu bieten – viel Spaß beim Stöbern und ich hole mir auch gleich ein paar neue Inspirationen!

Mini-Tellerrock mit Nadelstreifen
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Geschäftstüchtig in Nadelstreifen – kurzer Rock fürs Büro

Maskulin, seriös, gedeckt – die perfekte Wahl fürs Büro?
Der hochwertige Wollstoff mit dezenten Nadelstreifen war ein Gelegenheitskauf beim großen Textil-Müller in Kritzendorf: für 3 Euro/Meter musste ich zuschlagen. Gleichzeitig war es mir bewusst, dass ich noch nicht so weit bin, einen klassischen Nadelstreif-Anzug zu schneidern – und außerdem: wäre das eine gute Idee?

Die große Zeit des soliden Nadelstreifens waren die optimistischen Jahre der Finanzbranche, die letzten Dekaden des vergangenen Jahrhunderts. Die 2000-er Jahre brachten Umbrüche mit sich, die dem Image des klassischen Banker-Anzugs keinen guten Dienst geleistet haben. Das Zeitalter des Business-Suits ist vorbei; für die nächsten Jahrzehnte, angefangen mit den Roaring Twenties 2.1. sage ich gar den Tod der klassischen Krawatte voraus.

Dennoch kein Grund, das schlichte Muster in Vergessenheit geraten zu lassen, dachten sich schon Designer wie Comme des Garçons oder Dries van Noten.

Und ich dachte: ich fand Nadelstreifen eigentlich immer sexy. Und nähte mir einen Rock. Weil ich zu dem Zeitpunkt nicht wirklich etwas anderes nähen konnte

Minirock – die Umsetzung

Obwohl ein Tellerrock mit schmalem Bund nun wirklich kein schwieriges Projekt ist, habe ich zum damaligen Zeitpunkt noch die volle Unterstützung meiner Nählehrerin im Kurs gebraucht. Mit ihrer Hilfe zeichnete ich den Schnitt, schnitt zu und machte die erste Anprobe.

„Sehr schön!“ sagten die Kurskolleginnen. „Hm,“ sagte ich.

Zu Hause kam dann der Reißverschluss samt dem Bund und dem roten Futter rein. Und dann kam die zweite Anprobe.

„Eh okay“, sagte mein Mann. „Was stimmt da nicht?“ fragte ich. Wie kann ein kurzer Rock langweilig sein? Ich wollte doch etwas Besonderes! ein Designerstück! Ich habe keine endlosen Modelbeine, vielleicht steht mir diese Art von Rock einfach nicht?

Zu diesem Zeitpunkt maß der Rock etwa zwei Handbreit über dem Knie. Ein klassischer kurzer weiter Rock. „Da muss was ab“, sagte mein Mann. Okay, aber nur 4 cm! Sonst kann ich mich ja nicht bücken, und überhaupt.img_9627

Zum Schluss wurden es sicher 20 cm bis zur aktuellen Länge. Mit jedem Griff zur Schere hat es mir immer besser gefallen. Und außerdem – warum soll ich mich im Alltag überhaupt bücken?

Mag sein, dass die Saumlinie nach den insgesamt 4(!) Längenanpassungen (wenn ich mich nicht irre, alle ohne Saumabrunder!) nicht mehr ganz perfekt gerade ist. Bei einem Tellerrock sowieso immer problematisch. Who cares!

Damit der Saum so schön steif fällt, wie gestärkt, habe ich innen noch ein rotes Schrägband für den extra Stand angenäht. Auch durch das Futter fällt der Rock noch schöner.

Für den Bund habe ich eine spezielle 2 cm Bundeinlage verwendet – ich habe sogar das zwei Jahre alte Foto vom Zuschnitt gefunden, wieso habe ich es überhaupt gemacht?

2015-11-14-09-04-25

16,25 ist übrigens ein Viertel meines damaligen Taillenumfangs 🙂 Die Viertel müssen natürlich auf dem Bund markiert werden, damit der Bund schön auf den Rock aufgenäht werden kann!

Und fürs Büro?

Die Antwort ist ja! Ich liebe den Rock immer noch und trage ihn sehr häufig im Winter.

Im Sommer lasse ich ihn im Schrank, nicht nur, da der Wollstoff so warm ist, sondern, da eine blickdichte Strumpfhose bei dieser Länge doch ein Muss ist 😉

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